Toffen Geschichte

   

100 nach Chr.

Tofus (später Toffen genannt) wird römischer Stützpunkt. Neben anderen Gegenständen wird 1894 das untenstehende Mosaik im Bodenackerausgegraben. Es ist heute im Historischen Museum in Bern ausgestellt.

Mosaik

1072

Im Pfaffenloch hausen die Erbauer des Cluniazenser Klosters Rüeggisberg, die Mönche Ulrich und Cuno, die als Heilige verehrt werden.

Pfaffenloch

1148

Toffen wird mit anderen Gemeinden, Weilern und Höfen in der Bulle von Papst Eugen 111. vom 27. Mai 1148 erwähnt. Das Original wird im Staatsarchiv verwahrt.

Der Bulle

1230 ca.

Die Burg Toffen wurde in zähringischer Zeit errichtet. Möglicherweise entstand sie aus dem Gestein römischer Bauten. Erbauer sind wahrscheinlich die Herren von Belp-Montenach. Bis 1507 wechseln die Besitzer alle paar Jahre.

Burg Toffen

1470

Nach Worb, dem Ausgangspunkt einer Rebellion, kommt auch Toffen ins Gerede. Grund: Die Bauern lassen sich in der damaligen Dorfwirtschaft von einem Oberländer gegen die Regierung in Bern aufwiegeln. Sie wehren sich gegen Aufgebote aus Bern zu Fuhrungen und anderen Fronleistungen. Der Schlossherr von Toffen wird deswegen von Bern heftig angegriffen.

Rebellion

1495

In Erinnerung an die Mönche Ulrich und Cu no vom Pfaffenloch wird die Kapelle «Zum Guten Brunnen» gebaut (Gemeinde Kaufdorf) und eingeweiht. Als Folge der Reformation wird sie 1533 abgerissen. Das einzige Überbleibsel ist der abgebildete Taufstein.

Taufstein

1507

Die Burg Toffen wird vom Berner Patrizier Bartolomäus May erworben und verbleibt über 100 Jahre im Besitz seiner Familie. Etwa 1638 gelangt die Burg in die Hände des ebenfalls begüterten und einflussreichen Patriziers Georg von Werdt. Seine Familie bleibt 300 Jahre im Besitz der Burg.

Burg Toffen

1670

In Toffen wird das erste Schulhaus der Kilchhöre Belp (heutige Kirchgemeinde Belp) gebaut, bzw. umgebaut. Dazu schrieb der grosse Förderer der Belper Schule, Pfarrer Müslin:
Vor dryen Jahren haben die zu Toffen ein Schulhaus erkaufft und accomodieren lassen. darzu Mgh. (meine gnädigen Herren) sechs stöck holtz verehret.

Schulhaus

1671

Die Burg Toffen wird durch Johann Georg von Werdt in ein Schloss, auch Landsitz genannt, umgebaut. Die kostbare Ausstattung konnte bis heute bewahrt werden. Am Äusseren des Gebäudes sind seither keine Änderungen mehr vorgenommen worden, die aufwendigen Park- und Gartenanlagen sind jedoch einfacher geworden.

Burg Toffen

1798

Auch das Schloss Toffen - wird von den Wirren nach dem Einmarsch der Franzosen in Mitleidenschaft gezogen. Die Besitzer müssen eine hohe «Contribution» in Sachen und Geld leisten. Toffen hat im Neuenegg-Krieg keine Toten zu beklagen. Anna Hadorn aus Toffen, eine der vier am Krieg beteiligten Frauen, wird bekannt.

 

1801-1850

1811 zählt Toffen 411, 1850 bereits 691 Einwohner. Das zweite Schulhaus in Toffen wird gebaut. Es wird 1913 durch das dritte, das jetzige Schulhaus ersetzt. 1967 muss das alte Schulhaus, das zweite, der Strassenverbreiterung weichen. Im alten Schulhaus wohnte später das bekannte Dorforiginal «StüblerRöseli».1849 Grün¬dung des Männerchors Toffen.

Schulhaus Toffen

1851-1900

Korrektion der Gürbe zwischen 1855 und 1860. 1863 wird die Trennung Einwohner-/ Burgergemeinde vorgenommen.1867 wird der Heiternwald abgeholzt. 1871 sind in Toffen 88 Bourbakis einquartiert. 1872 wird Friedrich von Werdt in den Nationalrat gewählt. 1875 Gründung des Gemischten Chors, 1886 der Feldschützengesellschaft Toffen. Ein Grossbrand zerstört 1888 vier Häuser. 1899 Gründung der Käsereigenossenschaft Toffen. 1900 hat Toffen 820 Einwohner.

Friedrich von Werdt

1901-1910

1901 Eröffnung der GTB (Teilstrecke). Eröffnung des Restaurants Bahnhof. 1904 Gründung der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Toffen. 1908 Neubau des jetzigen Postgebäudes. Die Mühle Toffen brennt ab.

Bahnhof

1911-1920

1911 Baubeginn des neuen Schulhauses. 1912 Gründung des Arbeitervereins, später Sozialdemokratische Partei. 1913 Gründung des Turnvereins und der Musikgesellschaft Toffen. 1914 Bau der Schiessanlage wird beschlossen, Gründung des Frauenvereins Toffen. Gründung 1916 des Gemeinnützigen Vereins, 1919 der Hornussergesellschaft Toffen. Dampf-Dreschmaschine angeschafft. 1918 Gründung der Flurgenossenschaft Toffen-Belp, Beginn der Drainage und Güterzusammenlegung. Typhusepidemie.

Schulhaus Toffen

1921-1930
Erste Autos zirkulieren in Tof­fen. 1927 Gründung der Viehversicherungskasse. Die Zehnjahresperiode ist gekenn­zeichnet von der schweren finanziellen Krise, sowohl
für die einzelnen Familien wie für das Gemeinwesen. Trotzdem werden die üblichen Dorffeste mit der traditionellen «Bärenjagd» durchgeführt. Zweite private Wasserversorgung in Betrieb genommen. 1930 werden die Hühnerfarmen Gerber und Baumann eingerichtet.

 

1931-1940

1934 wird die Hauptstrasse Bern- Thun erstmals geteert. 1937 wird die Gerber Champignons AG gegründet. Beginn des Baus der öffentlichen Wasserversorgung. 1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs, 1940 Gründung der Damenriege Toffen.

1941-1950

In die Schweiz geflüchtete polnische Militärpersonen werden in Toffen interniert. 1941 Gründung der Jugendriege und der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB). 1945 Ende des Zweiten WeItkrieg . Toffenwappen homologiert. 1950 Pumpenhäuschen am KanaI erstellt. Gründung der Männerriege. In der Gemeinde wird Lehm abgebaut.

Wappen

1951-1960

Bahnhofstrasse ausgebaut. 1952 Gründung der Mädchenriege, 1953 des KonsumFrauenvereins, Ausgabe einer Gedenkmünze. 1955 Gründung der Frauenriege, 1957 der Viehzuchtgenossenschaft. 1958 Besuch im Schloss Toffen von Königin Frederike von Griechenland.

1961-1970

1961 Dorffest zur Einweihung der Turnhalle. 1962 Gründung des Gewerbevereins, 1965 des Hauspflegevereins Belp-Toffen. Gründung der «Hans Matter AG» und «E. Hofmann AG». Theodor Mast errichtet Stiftung für eine Kirche. Die Gürbe wird durch Zyankali vergiftet. 1966 Neubau des Bahnhofs, 1967 «Bären» teilweise ausgebrannt. Bau der Dixie Plastik, die den Betrieb nie aufnehmen konnte. Denner AG richtet im Dixie-Gebäude eine Verteilzentrale ein. Strassenbenennung eingeführt. 1970 Kaufvertrag über das Bauland für die Kirche Toffen unterzeichnet, Gründung des Samaritervereins.

Bären

1971-1980

1971 Gründung des Altersturnens, 1972 der «Freien Bürger», 1973 des Kindergarten- vereins und 1977 des Kirchenvereins. In den Quartieren Breitlohn, Stockhornstrasse und Bifang wird gebaut. 1979 Dorftest zugunsten des Kirchenbaus, Inbetriebnahme der ARA Belp, Eröffnung des Tea-Rooms beim Bahnhof. Gemeinschaftsantennenanlage im Bau. Erster Kindergarten eingerichtet.

Kindergarten

1981-1985

1981 Eröffnung einer Arztpraxis, Gründung des Vereins der Schwingerfreunde und der zweiten Gruppe Altersturnen. 1982 Gründung der EIterngruppe. Denner AG verlässt Toffen. Die Troesch AG richtet Zentralmagazin ein. 1982 erscheint erstmals die
«Toffe-Zytig». 1983 Ausbau der Kantonsstrasse Belp-Blumenstein. Im Fahrbühl und in der Stängelen wird gebaut. Tollwutfälle in Toffen. Erster «Toffe-Märit». 1984 Gründung des Theatervereins:

Toffe-ZytigToffe-Märit

1986-1988

1986 Ausbau der Grüdstrasse, Kaufvertrag für das Friedhofgelände genehmigt. 1987 Eröffnung der Ausstellung «Hist. Landmaschinen», der ETTIMA AG und der MARAG AG. Erster Chabis Ymachet. Beginn der Gürbeüberbauung (2. Etappe). Dritte Kindergartenklasse eröffnet. KAPO von Mühlethurnen nach Toffen verlegt. Auflösung der EIterngruppe und des Kindergartenvereins. Erster Spatenstich für das Spital Belp. 1988 Gründung der Trachtengruppe Toffen.

Chabis-Hoblete

1989-1990

1989: Die Gemeindeverwaltung im eigenen Haus. Am 29.7.1990 katastrophale Überschwemmung mit grossen Verwüstungen. Gründung des Elternvereins Toffen und Umgebung.

1991-1993

1990 Steueranlage um 1/10 erhöht. 1992 «Kirchliches Zentrum» abgelehnt, Gründung des Jugendtreffs und des Gemischten Chors. 15 Asylbewerber leben in Toffen. Einführung der Kehrichtgebühr. Reservoir Breitlohn und Wasserverbund Kaufdorf eingeweiht. Neue Gürbebrücke in Betrieb. Die Ausstellung «Hist. Landmaschinen» verlässt Toffen, Troesch AG und Zurbrügg AG entlassen die meisten Angestellten. Auf¬lösung des zweiten Eltemvereins. 1993 Gründung der Steelbandgruppe.

1994-1996

1994 Umzug der Bankfiliale in die eigenen Räume im Neubau, Eröffnung der Cafe-Bar 21, eines Schuhgeschäfts und eines Architekturbüros. Eröffnung der Budo-Schule GÜrbetal.1995 werden das Tea-Room beim Bahnhof und der Mon Amigo-Laden an der Bahnhofstrasse geschlossen. Eröffnung des Coop-Centers und der Ned Kelly Pizzeria. Umzug der Bäckerei-Konditorei Leuenberger an die Bahnhofstrasse. Eröffnung der Zahnarztpraxis Neuenschwander. Die «RL Handels AG» richtet sich in den Troesch-Hallen ein. Die «Gartenbau Schrepfer» übernimmt die Gärtnerei Spahni.

 
   
   
   
Kurze Dorfgeschichte  
   
Die Siedlung Toffen bestand mit Sicherheit schon zur Zeit der Römer (etwa im 1. Jahrhundert n. Chr.), wahrscheinlich aber schon viel früher (Funde). Irgendwelche Aufzeichnungen aus dieser Zeit bestehen nicht. Die erste schriftliche Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1148 n. Chr. (siehe Seite 7), dem offiziell bestätigten Geburtsjahr unserer Gemeinde. Dann folgte eine Stille um Toffen für fast hundert Jahre. Erst seit dem Bau der Burg Toffen um ca. 1230 gibt es wieder Aufzeichnungen über Toffen und seine Bewohner. Der überwiegende Teil betrifft das Schloss und seine Besitzer. Zum Glück gibt es sie. Dawir keine eigene Kirche haben, deren Aufzeichnungen meistens als einzige Quellen der lokalen Geschichtsforschung dienen, würden uns sonst Aufzeichnungen über mehrere Jahrhunderte fehlen. Die Kelten Die ursprüngliche Heimat der Kelten war das Donaugebiet. Sie bevölkerten um etwa 500 v. Chr. Süddeutschland und das schweizerische Mittelland. Nach der Vermischung mit einem aus Süddeutschland stammenden Volk nannte man sie auch Helvetier. Grabfunde in unserer Gegend stammen ungefähr aus dem zweiten Jahrhundert v. Chr. Viele unserer Ausdrücke und Ortsnamen deuten auf keltischen Ursprung hin, z.B. Gürbe, Gurten, Gantrisch. Die Kelten drangen bis nach Spanien, Engjand, Schottland und Irland vor, wo sich keltische Sprachelemente bis heute erhalten haben. Die Römer Etwa in der Zeit um Christi Geburt drängten die Römer nach Norden, verschoben und befestigten ihre Reichs- grenze bis an den Rhein und die Donau. Die Kelten wurden vertrieben. Toffen wurde wahrscheinlich eine ihrer ersten Stationen, als die Römer die Alpen direkt und über Umwege bezwungen . hatten. Verglichen mit anderen Orten zwischen Bem und Thun, war Toffen nur ein kleiner Stützpunkt. Vielleicht war er befestigt. Es wird vermutet, dass das Schloss Toffen mit den Steinen eines verfallenen römischen Wehrturms errichtet wurde. Jedenfalls bestand in Toffen ein grosser Gutsbetrieb, Villa genannt, mit zahlreichen Gebäuden und aufwendigen Einrichtungen wie Wasserleitungen, Heizsystemen und Kunstwerken. Die Präsenz der Römer wird durch zahlreiche Funde belegt. Die Abbildungen zeigen römische Fundgegenstände aus dem Bodenacker. Sie werden heute im Historischen Museum Bem aufbewahrt. 1894 wurde ein schönes Mosaik ausgegraben und eine grosse Badeanlage vermessen. Im Gebiet des Gutshofs, in der Tuffgrube und anderswo sind verschiedene Gegenstände gefunden worden. Als Baumaterial verwendeten die Römer hartes Gestein, gebrannte Ziegel und viel Tuffstein, der in Toffen in grossen Mengen abgebaut wurde. Den Tuff nannten sie « Tofus». Später wurde daraus Toffen, womit unser Ortsname erklärt ist. Die Zähringer und ihre Nachfolger Als Vertreter der deutschen Kaiser verwalteten im 12. Jh. die Herzöge von Zähringen grosse Teile der heutigen Schweiz. Zur Festigung ihrer Macht gründeten sie mehrere Städte, z.B. Freiburg 1157 durch Berchtold IV. und 1191 Bern durch seinen Sohn Berchtold V. Ihre Gefolgsleute und Verwandten aus dem süddeutschen Raum setzten sie als lokale Verwalter ein, die ihrerseits zur Festigung ihrer Macht zahlreiche «feste Häuser» (Burgen) errichteten. Die meisten Burgen der Region dürften um 1200, Toffen etwa um 1230, entstanden sein. Nach dem Aussterben der Zähringer im 13. Jh. änderte an den lokalen Machtverhältnissen wenig. Die Schlossherren behielten ihren Besitz. Sie gaben ihren Burgen Namen, die sie auch auf sich selbst anwandten. Es gab kleinere und grössere Besitzungen. Die Herren von Belp-Montenach (Burg Montmagny zwischen Payerne und Freiburg) waren die Mächtigsten der Region; gegenüber anderen Herren konnten sie sich auf früher erworbene Vorrechte berufen. Den grossen Besitz konnten sie nicht allein verwalten und setzten deshalb Familienmitglieder und andere Vertraute als lokale Vertreter ein. So mag auch Toffen entstanden sein. Schloss Toffen Aus der Literatur ist die genauere Bauzeit der Burg Toffen nicht auszumachen; vermutlich entstand sie um 1230 n. ehr. Die Feudalherrschaft der Ritter dauerte in unserer Region nicht sehr lange, hauptsächlich wegen fehlender Einnahmen. Sie mussten Stück um Stück ihrers Besitzes verkaufen. Den reichen Herren von Belp ging es ebenso. Eines der ersten verkauften Besitztümer war Toffen. Ein weiterer Grund für die schnelle Verarmung der damaligen Grundherren war ihr brennender Wunsch, sich durch die Fürbitte der Geistlichkeit im Himmel einen Platz zu sichern. Sie vermachten deshalb grosse Teile ihres Grundbesitzes Klöstern, Kirchen und wohltätigen Institutionen wie Spitälern und Waisenhäusern. Der Niedergang beschleunigte sich mit der Erstarkung der 1191 gegründeten Stadt Bern. Unter den reichen Stadtbürgern setzte ein reger Handel mit Burgen und Grundstücken der Umgebung ein. Bis 1507 wechselte die Burg Toffen alle paar Jahrzehnte di Hand. Zur Burg gehörten damals praktisch alle umliegenden Güter und Ländereien. Ausgenommen waren nur Grundstücke und Häuser im Besitz der Klöster oder Kirchen. 1507 gelangte Toffen in die Hand des begüterten und einflussreichen Stadtberners Bartolomäus May und blieb 100 Jahre lang im Besitz seiner Familie. 1608 wurde die Burg von einem weiteren einflussreichen und begüterten Stadtberner, von Johann Georg von Werdt, übernommen. Sie stand diesmal über 300 Jahre lang im Besitz seiner Familie. Ab etwa 1671 liess Hans Georg von Werdt die mittelalterliche, düstere Burg in einen Herrschaftssitz umbauen. 1893 verstarb der letzte männliche Vertreter der Besitzerfamilie, Nationalrat Friedrich Karl Georg von Werdt. Er hinterliess vier Töchter. Eine davon heiratete den Bankier Arthur von May. Damit ging das Schloss zum zweiten Mal in das Eigentum der Familie May über, die es schon 1507 bis 1608 in Besitz hatte. Heute gehört das Schloss nach verschiedenen Erbgängen den Familien von Fischer und von May. Zur Zeit des Grundstückhandels unter den Berner Herren hatte Toffen einmal eine bedeutend grössere Ausdehnung als heute. 1352 kaufte nämlich der damalige Herr von Toffen, Ruf Käsli, den verarmenden Herren von Belp ein grosses Gebiet der Heitern ab. Während Jahrhunderten wurde Toffen fast nur im Zusammenhang mit den Schlossherren erwähnt. Zwei grosse Ereignisse sorgten dafür, dass Toffen auch ausserhalb der adeligen Kreise bekannt wurde. Das erste Mal war es 1470, als in der Gastwirtschaft Toffen (damals zum Schloss gehörend) gegen die Berner Regierung agiert wurde. Es wurde sogar ein Volksaufstand befürchtet. Dem damaligen Schlossherrn wurde mangelnde Loyalität gegenüber der Regierung in Bern vorgeworfen. Das zweite Mal wurde man auf Toffen aufmerksam, als die Burg teilweise abgerissen und in ein Schloss (Herrschaftssitz) verwandelt wurde. Der Umbau an sich war schon ein Ereignis. Als das Schloss dann noch eine prunkvolle Ausstattung erhielt, wurde landauf, landab darüber berichtet. Die Herren von Toffen wirkten vor allem als Politiker oder Handelsleute. Toffen diente ihnen hauptsächlich als Ferienwohnung, als «campagne», wie man sagte. Immerhin hatten sie in Toffen feste Aufgaben. Dazu gehörten die Rechtsprechung und die militärische Ausbildung. Die militärische Ausbildung be¬schränkte sich allerdings auf jährliche Ausrüstungsinspektionen. Daneben warder Schlossherr von Toffen verantwortlich für die Besetzung des Chutzen (Wachfeuer) auf dem Belpberg. Im Unterschied zu Belp, das mit Vorrechten ausgestattet war, durfte der Schlossherr von Toffen nur über zivile Händel zu Gericht sitzen. Kriminalfälle «Blutgericht» durften nur in Belp behandelt werden. Die Schlossherren traten während Jahrhunderten als die Herren auf, denen man mit Respekt und Ehrerbietung begegnete. Von zwischen- menschlichen Beziehungen auf einer anderen Ebene ist nichts bekannt. Im letzten Jahrhundert änderten ihre Beziehungen zur Dorfbevölkerung. Die Distanz wurde zwar immer gewahrt, aber man nahm sich der Anliegen der Dorfbevölkerung vermehrt an, was engere Kontakte nötig. machte. Bessere Beziehungen ergaben sich auch nach der Eröffnung 1803 des schlossherrlichen Sägereibetriebs. In diesem Zusammenhang ist besonders der 1893 verstorbene Friedrich von Werdt, Grossrat und Nationalrat, überzeugter Verfechter der Erschliessung des Gürbetals durch die Eisenbahn, zu erwähnen. Seine Tochter Lucie gründete 1914 den Frauenverein Toffen. Die Schlossherrschaft übernahm auch vermehrt soziale Aufgaben. Heute ist von der früheren Vornehmheit kaum mehr etwas zu merken. Die heutigen Schlossbesitzer leben wie andere Bürger und nehmen am Dorfleben regen Anteil.

Römisches Sicherheitsschloss

Römisches Sicherheitsschloss










Kleine Schaufel und Messer- oder Beilklinge

Schaufel und Messer










Wappen von Werdt

Wappen von Werdt













Wappen von May

Wappen von May

   
Burg Toffen
Die Burg Toffen wurde ca. um 1280 erbaut.  
   

Quellenangabe:
- Otto Berner/Walter Blatter/Dr. Peter Trachsel, Jubiläumsschrift 850 Jahre Toffen 1148-1998

 
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